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Warum auch ein Kampffisch-Becken einfahren muss

Warum auch ein Kampffisch-Becken einfahren muss

Die Frage liest man immer öfter: Becken für einen Kampffisch einfahren lassen oder nicht? Oft heißt es, es sei nicht nötig. Der Betta atmet ja über das Labyrinthorgan und nimmt Nitrit (No2) gar nicht richtig auf. Doch das ist faktisch nicht korrekt und während der Nitrifikation kann auch ein Betta starke Schäden davon tragen. Wir möchten hier keine wilden Formeln und Zahlen durch den Raum werfen. Wer das wünscht, kann sich auf diversen Fachseiten ausführlich belesen. Wir hier möchten das ganze recht vereinfacht weitergeben.

Als Nitrifikation bezeichnet man die biologische Umwandlung von Ammonium (NH4+) zu Nitrit(No2), welches widerum zu Nitrat (No3), einem für Pflanzen wichtiger „Wert“ umgewandelt wird. Sowohl Ammonium als auch Nitrit sind für Fische hochgradig giftig. Es zerstört das Kiemengewebe und verursacht Ödeme. Dazu aber gleich mehr.

Wer eine absolut ausführliche Beschreibung dazu sucht, kann sich gerne hier einlesen, dort steht es ausführlich aber auch einfach beschrieben.

Auch zur Denitrifikation findet ihr hier einen tollen Bericht!

Wer in einem mit Fischen besetztem Becken, egal ob Guppy, Neonsalmler oder Kampffisch Ammoniak hat, hat eigentlich das worst case Szenario. Ammoniak im Aquarium sorgt zu starken Verätzungen an Augen, Schleimhäuten und vor allem Kiemen der Fische. Je nach Konzentration kann sich die Schleimhaut der Fische durch Zugabe verschiedener Hilfsmittel recht gut erholen, doch Kiemenschäden sind absolut irreparabel. Und hier kommen wir zu dem Punkt, warum dies auch für den Betta gefährlich ist. Dieser atmet atmosphärische Luft, dass dafür sorgt, dass er aufgrund von Sauerstoffmangel im Aquarium noch immer den nötigen Sauerstoff erhält. Dennoch durchdringt das Wasser mit jedem Atemzug seine Kiemen, weshalb auch die kleinste Konzentration von NH4 den Weg an die Kiemen findet und diese beschädigt. Die Schleimhautverätzungen mal ganz außen vor gelassen.
 
Außerdem ist noch zu sagen, dass je höher der pH-Wert ist, desto größer wird die Gefahr für unsere Betta im Zusammenhang mit Ammoniak. Ammoniak kann so nur gering oder gar nicht über die Kiemen ausgeschieden werden und bildet so einen Stau des Ammoniaks im Blut, fördert so Lungenödome und kann absolut tödliche Folgen haben. Da es natürlich auf die Menge ankommt, stirbt demnach ein Betta vielleicht nicht sofort an den Folgen, wird aber sicherlich niemals sein Maximalalter erreichen können.
 

Wer ein gut eingefahrenes Becken hat und nicht unbedingt vor hat, giftige, ammoniakverursachende Stoffe in das Becken einzubringen, oder keinen rapiden anstieg von einem niedrigen zu einem hohen pH-Wert vor hat, hat hiermit keinerlei Probleme. Wichtig ist es eben nur, der Nitrifikation seinen Lauf zu lassen.

Grundsätzlich muss der Nitrit-Wert immer auf 0 sein. Nitrit ist jedoch nicht in dem Maß gefährlich bzw. tödlich wie Ammoniak. Über einen kurzen Zeitraum ertragen die meisten Betta, da diese aus sauerstoffarmen Gebieten stammen, einen leicht erhöhten Wert. Nitrit gelangt in die Blutlaufbahn und stört so den Sauerstofftransport (egal ob dieser über die Kiemen oder dem Labyrinthorgan kommt!) der Tiere und legt sich auf die Kiemen ab. Es tötet den Betta nicht sofort, doch langfristig sorgt es für Krankheiten und führt früher oder später zum Tod des Tieres.

Um seine Tiere nicht in solch hohen Konzentrationen aussetzen zu müssen, sollte man die Einlaufphase berücksichtigen und den Nitripeak abwarten. Der Nitripeak ist, wie der Name sagt, der Höhepunkt des Nitritwertes während der Nitrifikation. Dieser ist in der Regel nach etwa 4 – 6 Tagen erreicht und nach knapp 14 Tagen auf 0. Vorausgesetzt, man führt den Bakterien im Becken eine gewisse Unterstützung zu. Diese können durch das einbringen von Starterbakterien (ja, wir finden, dass diese nützlich sind und Sinn machen), oder durch das einbringen einer hohen Anzahl von Bakterien aus bereits lang laufenden Aquarien, zum Beispiel durch das Ausdrücken von Filtermasse aus besagtem Becken.

Also: Nur, weil ein Kampffisch Sauerstoff über die atmosphärische Luft aufnehmen, sind sie nicht immun gegenüber Ablagerungen von Stoffen auf Haut und Kiemen sowie dem eindringen in die Blutlaufbahn. Es ist für die Fische absolut gesünder, die Einlaufphase einzuhalten als den Tieren unnötigen Stress oder gar lebensbedrohlichen Werten zumuten zu müssen. Lasst ein Becken mindestens 14 Tage einfahren, nutzt die Zeit für den Pflanzenwuchs. und eventuelle Abänderungen am Layout und setzt euer Wunschtier erst dann ein, wenn der No2-Wert absolut auf 0 ist.

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