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Springschwänze – Nützliche Helferlein und gute Snack zwischendurch

Springschwänze – Nützliche Helferlein und gute Snack zwischendurch

Springschwänze sind vor allem in der Terraristik kleine, beliebte Begleiter und hier kaum wegzudenken. Doch auch in der Aquaristik können die kleinen Sechsbeiner sehr nützlich sein, wenn man eher kleinere Zierfische pflegt. Denn sie eignen sich ideal als Snack für diverse Fische, vor allem für jene, welche sich ihre Nahrung von der Oberfläche holen.

Was genau sind Springschwänze?

Springschwänze, Collembola gehören der Ordnung der Sechsfüßer an und sind nahezu überall auf dieser Welt vertreten. Die etwa 0,1 bis 17 mm kleinen Geschöpfe sind je nach Art äußerlich unglaublich individuell. Es gibt Blattlausähnlich, kugelig-grüne, braun-weiß gestreifte, bläulich wirkende, weiße und einige, rund 50.000 weitere Arten. Die Art Protaphorura armata ist allerdings die uns für die Terraristik bekannte Art. Generell findet man diese in von Menschen gemachten Habitaten zu finden. 

In etwa einem Quadratmeter Boden leben in den obersten 30 Zentimetern bis zu 400.000 Springschwänze und sind somit die nach den Milben die individuenreichste im Boden lebende Tiergruppe. Durch den Abbau ihrer Nahrung sind sie bei der Bildung von Humus beteiligt. Durch das beseitigen von organischen Rückständen wie Pflanzenreste, Pilze und Sporen fördern sie die Bodenfruchtbarkeit und das Wachstum von Pflanzen.

Collembola sind mit die ältesten Tiere der Welt. So wurden sie schon in Fossilfunde entdeckt, welche rund 400 Millionen Jahre alt sind. findet man hauptsächlich in feuchten Böden und verrottetem Pflanzenmaterial in verschiedensten Habitaten wie Regenwäldern, Uferbereichen aber auch in Wüsten oder Schneeflächen im Hochgebirge. 

Würde man es genau nehmen, so kann man sagen, dass Collembola wahre Superhelden sind! Sie können Problemlos mehrere Jahre bei -20 überleben, sind noch bei -5 Grad äußerst aktiv, können mehrer Tage auf dem offenen Meer überleben und scheuen sich auch nicht vor starker Hitze. Sind sind also wahre Überlebenskünstler und äußerst anpassungsfähig!

In der Natur spielen Springschwänze eine wichtige Rolle. Als Detritusfresser ernähren sie sich je nach Art von pflanzlichen Stoffen, Pilze, Pollen, Algen, Exkrementen, Aas und Mikroorganismen. Dies ist auch der Grund, warum Protaphorura armata ein Muss für alle Feuchtterrarien ist.

Springschwänze in der Terraristik

Wie schon oben genannt, ernähren sich gerade unsere bekannten Protaphorura armata von , abgestorbenen pflanzlichen Materialien, Pilzsporen und Bakterien, aber auch von Exkrementen. Alls dies, was vor allem in einem Feutterarrium entsteht. Sie helfen also dabei, ein biologisches Gleichgewicht zu erhalten und eine gewissen Hygiene herzustellen, denn sie verhindern die Bildung von Schimmel auf den feuchten Oberflächen.

Außerdem dienen sie sehr kleinen Lebewesen als ideales Futter. Vor allem unsere Cyriocosmus, Heteropoda sowie Ancylometes bogotensis Slings  ernähren sich in ihren ersten Lebensphasen von diesen.

Springschwänze als Fischfutter?

Aufgrund ihrer Größe eignen sich Springschwänze gut als Ergänzungsfutter für kleinere Zierfische, welche sich das Futter von der Oberfläche sammeln. Durch die hohe Akzeptanz diverser Futtersorten, kann man die Wertigkeit in einem gewissen Maße beeinflussen. Gerne angenommen werden sie von diversen lebendgebärenden- sowie eierlegenden Zahnkarpfen, Medaka, jungen Hochzuchtbetta, kleinen Wilbetta sowie Guramis, Dario, Ringelhechtlingen, Beilbauchsalmlern und ähnlichen kleinen Fischen.  Doch sie stellen kein Hauptfutter dar, denn dafür sind sie von den Nährwerten her nicht gut genug! Doch als beschäftigende Mahlzeit nebenbei eignen sie sich ideal. 

Spingschwänze effektiv kultivieren

Spingschwänze sind an sich absolut einfach zu kultivieren und zu vermehren. Wir haben schon einige Arten der Zucht versucht und haben nun eine für uns absolut gute Methode gefunden, welche die Kulturen nahezu explodieren lassen!

Unsere Kulturen sitzen in einer kleinen Plastikbox, etwa mit den Maßen 18 x 15 x 15 cm mit einem nicht ganz fest verschließbarem Deckel (Dort waren mal Lichterketten vom Obi drin 😉 ). Wichtig ist, dass die Box nicht ganz verschlossen ist, also keinen Luftdichten Deckel besitzt. Hat man dies nicht, muss täglich in der Box gelüftet werden, was man durch ein kurzes öffnen aber schon erreicht. Die Box wird etwa zu 1/3 mit vorgewaschener Grillkohle gefüllt. Etwa Daumenbreit wird die Box mit Wasser gefüllt, um eine gute Feuchtigkeit in dem Behälter zu gewährleisten. Nun gibt man ein paar Springschwänze hinzu, welche man sich schnell zukaufen kann. Man kann auch kleine Kulturen in Heimchendöschen oder Feinkostbechern pflegen. Dies ist immer eine Sache des Bedarfs!

Gefüttert werden unsere mit einer Mischung aus JBL TerraFit und JBL MicroCalcium. Das Pulver lässt sich gut auf den Kohlestücken verteilen und versorgt die Tiere mit vielen gesunden Vitaminen, welche später entsprechend in den Bäuchen der Fische landen werden. Man kann sie aber auch mit Fischflockenpulver, ungekochtem Ries und Laub versorgen. Eben alles, was durch Feuchtigkeit schnell Pilze und Sporen bildet, von dem sich die kleinen Hüpfer ernähren können. 

Passen die Bedingungen, kann man eine rasche Vermehrung erwarten. Man kann die Springschwänze auch auf feuchter Erde mit Laub und Gehölz vermehren, oft ideal zusammen mit diversen Asseln. Hier haben wir aber nie eine so rasche Vermehrung wahrnehmen können, wie auf den Kohlestückchen.

Warum wir Grillkohle benutzen: Dies hat den Vorteil, dass man die Behälter lange unbeaufsichtigt lassen kann, ohne das die Kultur vertrocknet. Füttern man dazu noch recht großzügig, vor allem mit Reis, kann man eine laufende Kultur gut über min. 3 Wochen alleine lassen.

Nach etwa 4 – 6 Monaten gebe ich etwas aus einer neuen Kultur in die Behälter, um frisches Blut in die Kulturen zu bekommen. So haben wir langlebige und gesunde Springschwänze für unsere Terrarien und Aquarien.

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