Hessen

Kampffischhochzucht – Ein Hobby, was gut durchdacht sein sollte

Planen ist hier das a und o

Zucht, oder doch nur Vermehrung?

Vorab sollte man wissen: Betreibe ich eine Zucht, oder eine Vermehrung? Wenn man diesen Unterschied kennt, wird einem schnell bewusst, worauf es ankommt und was wichtig ist.

Bei einer Vermehrung werden zwei x-beliebige Tiere zusammen verpaart und deren Jungen großgezogen. Oft nimmt man hier zwei Tiere aus der Zoohandlung und erfreut sich an dessen Nachwuchs. Hier kennt man weder den genetischen Hintergrund, noch verpaart man meist zusammen passende Flossenvarianten. Problem sind hier oft die Flossenhybriden oder der optisch nicht immer ansprechenden Jungtiere, die eine Vermittlung sehr schwer machen könnten oder gar gesundheitliche Probleme hervorrufen könnten.

Und das ist der große Unterschied zur Zucht. Hier züchtet man immer nach einem Zuchtziel, meist nach einem Standard oder einem persönlich gesetztem Ziel anlehnend an diese. Man kennt in der Regel den genetischen Hintergrund der Zuchttiere oder verpaart gezielte Flossenvarianten um das Ziel verfolgen zu können. Kurzum: Man macht sich intensiv Gedanken über diese Verpaarung. Hier ist einem am besten geholfen, wenn man Tiere bekannter Züchter nimmt, die einem Informationen über die Eltern, Großeltern etc. Liefern können.

Geht es wirklich darum, einfach das Paarungsverhalten beobachten zu können, würde ich empfehlen, sich hier Wildkampffische oder Labyrinther zu besorgen, die ein ähnliches Verhalten aufweisen (Makropoden beispielsweise). Hier kann man die Jungtiere gut vermitteln und der genetische Hintergrund spielt eine bedeutend weniger große Rolle.

Wo die passenden Zuchttiere besorgen?

Hat man sich hier genügend informiert ist es wichtig zu wissen, was man züchten möchte. Man legt sich also fest, welche Flossenvariante man möchte, und in welchen Farbschlägen. Dies hilft der eigenen Orientierung um zu wissen, wo man welche Zuchttiere besorgen kann, aber auch, wie viel Platz man benötigen könnte. Wir empfehlen, sich für den Anfang nicht zu viele Varianten aufzudrängen, so toll einige auch sein mögen. Wir haben diesen Fehler gemacht und waren ab einem gewissen Punkt nahezu überfordert, da die Zeit für all diese fehlt. So haben wir und auf 2 Hauptvarianten (Trad. Plakat & Crowntail) und einer Nebenvariante (Halfmoon Plakat) beschränkt und fahren damit sehr gut.

Hat man sich entschieden, heißt es, die passende Bezugsquelle zu finden. Wir rate hier sich bei Europäischen Züchtern zu informieren und einzudecken. Diese findet man in diversen Facebookgruppen und Foren recht fix und durch den sicheren Tierversand ist man nicht mehr an diese in der Nähe gebunden, auch wenn dies immer Vorteilhaft ist. Außerdem sind wir der Meinung, dass man Züchter für ihre wirklich gute und auch harte Arbeit belohnen sollte. Diese Tiere kann man sich persönlich abholen, schicken lassen oder auf diversen Shows erwerben.

Wirklich guten Züchtern kann man vertrauen, dass sie einen so ehrlich beraten und zeigen, ob die gewählten Tiere zusammen züchterisch betrachtet harmonieren oder nicht. Gerne wird auch der Grund erklärt, warum die Tiere xy besser zueinander passen, als die Tiere xz.

Ebenso könnte man sich Tiere aus dem Zoofachhandel besorgen. Hier hat man allerdings nicht immer einen passenden Ansprechpartner und nicht immer die besten Tiere, die für eine Zucht tauglich sind (es gibt allerdings auch Ausnahmen!). Entscheidet man sich dennoch für Zoohandeltiere muss einem klar sein, dass hier womöglich viel züchterische Arbeit benötigt wird.

Dann kommen noch die lieben Importe. Meist wirklich atemberaubend schöne Tiere. Doch sind sie wirklich besser als EU-Nachzuchten? Für uns ganz klar: Nein. Inzwischen gibt es viele wirklich bemerkenswerte Züchter der EU und so viele, dass der Bedarf vieler Züchter sicherlich gedeckt werden kann – gerade durch den genannten sicheren Tierversand.
Nichts desto trotz ist es keine Schande sich ein Tier importieren zu lassen. Sieht man ein für sich passendes Tier – dann schlagt zu.

 Doch man sollte wissen, dass diese Tiere nicht selten etwas empfindlicher sind (auch wenn es für uns keine rohen Eier sind) und man hier neben Farbe, alter und eventuell noch der Größe und dem Züchter keine weiteren Informationen hat. Ebenso sind diese Tiere mit 20 – 40$ pro Tier (Je nach Züchter und Variante) mit zuzüglich 7$ Shippingkosten je Tier dort und 7€ Shippingkosten je Tier hier und gegebenenfalls noch etwa 25€ Versand wesentlich teurer sind – wenn man überlegt, dass die deutschen Nachzuchten durchschnittlich bei 10 – 20 € liegen.

Vorteil an Züchtern der EU ist die Tatsache, dass man immer jemanden für Rat und Tat zur Verfügung hat. Nicht nur bezüglich der Genetik der Tiere sondern auch für spezielle Fragen wie Futter, Alter der Tiere, Charakter ect. Diesen großen Vorteil hat man bei de Tieren aus der Zoohandlung oder Importen nicht.

Züchter und inzwischen auch viele Liebhaber werfen gerne mal Kürzel in den Raum, die den ein oder anderen Neuling schnell verwirren können. Hier sind die Kürzel nochmal zusammen gefasst:

  • PK – Plakat (Pla Kat)
  • CT – Crowntail
  • HM – Halfmoon
  • DT – Doubletail
  • VT – Veiltail

 

Diese Kürzel sind je nach Variante Kompatibel, sprich, bestimmte Varianten sind Kombinationen zweier (oder gar Dreier) „Singlevarianten“. Beispiel:

  • HMPK – Halfmoon Plakat
  • CTPK – Crowntail Plakat
  • DTHM – Doubletail Halfmoon

Dazu kommen dann noch die beiden Varianten Traditional Plakat (Trad. Plakat) und Fighter, welche in der Hinsicht nicht kompatibel sind. Farben werden nur sehr selten abgekürzt. Das Foto zeigt dann noch einmal die Bezeichnungen der Flossen und kleine einzelne Merkmale.

Unter Zuchttiere findet ihr einige Bilder der verschiedenen Varianten

Hier könnt ihr euch über den B4A Zuchtstandard informieren

Die richtige Vorbereitung

Neben der Genetik und der Anschaffung der Tiere muss man noch wissen, wie diese Tiere bei einer Verpaarung agieren und was passieren könnte. Auf dieses Thema gehen wir nur beschränkt ein, da es sonst den Beitrag vollkommen sprengen würde. Eine kleine (eigene) Zuchtanleitung möchten wir noch erstellen.

Wichtig ist eine gute Kondition der Tiere und eine gute Vorbereitung der Paare, ein passendes Zuchtbecken etc. Ebenso sollte man wissen, wie die Tiere miteinander reagieren, wie man sie am besten ansetzen muss usw.

Auch muss die geeignete Ernährung der Zuchttiere und Jungfische gewährleistet werden. Die Eltern sollten mit hochwertigem Futter ausreichend lange vor der Verpaarung angefüttert werden, um einen guten Laichansatz der Weibchen und ein gutes „Fettpolsterchen“ der Vaters, der während der Brutpflege keine Nahrung zu sich nimmt, angesetzt wird. Wichtig ist allerdings die erste Nahrung der Jungfische. Hier sollte man sich als Erstnahrung eine Artemiazucht aufbauen, in der man täglich Nauplien reichen kann. Andere kleine Futtersorten wie Mikrowürmchen oder Essigälchen sind ebenfalls von Vorteil, wobei Mikrowürmchen für die Aufzucht sehr umstritten sind.

Auch heißt es, viel Zeit in die Zucht zu investieren. Das bedeutet gleichzeitig, auf eventuell langen Urlaub zu verzichten oder es feinst-genau zu Planen um zu wissen, wie lange die kleinen Babies problemlos ohne Futter auskommen können oder wer in der Familie oder im Freundeskreis in der Lage ist, sich gut um die kleinen zu kümmern. Aber auch so benötigt man viel Zeit. Wir investieren umgerechnet nur für die Hochzuchten rund eine Stunde am Tag zum füttern und beobachten, bei Verpaarungen gerne mal mehr und für die Wasserpflege locker einen halben Tag (meistens am Sonntag). Da wir noch weitere Tiere züchten und pflegen geht gerne mal ein ganzer Tag in der Woche für die Pflege drauf. Dazu kommen dann investierte Zeiten für das fotografieren, bearbeiten und Aktualisieren des „Zuchtbuchs“. Für uns dann noch die Bearbeitung der Homepage, pflege der Facebookseite und Hilfestellung diverser Personen. Hat man einen kleinen Ruf in der Zucht, kann man solche Dinge sehr schnell einplanen. Kurzum: Man kann auf die Woche verteilt gut 2 – 3 Stunden nur für die Zucht einplanen.

Auch muss die geeignete Ernährung der Zuchttiere und Jungfische gewährleistet werden. Die Eltern sollten mit hochwertigem Futter ausreichend lange vor der Verpaarung angefüttert werden, um einen guten Laichansatz der Weibchen und ein gutes „Fettpolsterchen“ der Vaters, der während der Brutpflege keine Nahrung zu sich nimmt, angesetzt wird. Wichtig ist allerdings die erste Nahrung der Jungfische. Hier sollte man sich als Erstnahrung eine Artemiazucht aufbauen, in der man täglich Nauplien reichen kann. Andere kleine Futtersorten wie Mikrowürmchen oder Essigälchen sind ebenfalls von Vorteil, wobei Mikrowürmchen für die Aufzucht sehr umstritten sind.

Auch heißt es, viel Zeit in die Zucht zu investieren. Das bedeutet gleichzeitig, auf eventuell langen Urlaub zu verzichten oder es feinst-genau zu Planen um zu wissen, wie lange die kleinen Babies problemlos ohne Futter auskommen können oder wer in der Familie oder im Freundeskreis in der Lage ist, sich gut um die kleinen zu kümmern. Aber auch so benötigt man viel Zeit. Wir investieren umgerechnet nur für die Hochzuchten rund eine Stunde am Tag zum füttern und beobachten, bei Verpaarungen gerne mal mehr und für die Wasserpflege locker einen halben Tag (meistens am Sonntag). Da wir noch weitere Tiere züchten und pflegen geht gerne mal ein ganzer Tag in der Woche für die Pflege drauf. Dazu kommen dann investierte Zeiten für das fotografieren, bearbeiten und Aktualisieren des „Zuchtbuchs“. Für uns dann noch die Bearbeitung der Homepage, pflege der Facebookseite und Hilfestellung diverser Personen. Hat man einen kleinen Ruf in der Zucht, kann man solche Dinge sehr schnell einplanen. Kurzum: Man kann auf die Woche verteilt gut 2 – 3 Stunden nur für die Zucht einplanen.

Eine große Auswahl an Futter sollte immer vohanden sein!

 Und ganz wichtig – Platz, viel Platz. Überlegt man, dass in einem Wurf gerne mal 50 – 100 Jungen groß werden könnten und die meisten von diesen separiert werden müssen weis man, dass man viel Platz benötigt. Man braucht Platz für die Zuchtbecken, für die Aufzuchtsbecken, gegebenenfalls kann man hier pro Wurf mit mehreren Becken rechnen, wenn man die Tiere nach Größe sortieren muss und den

Platz für die ganzen Separationsboxen, die in der Regel zwischen 2,5 – 5 Liter Betragen. Dann benötigt man weiteren Platz für de Futtertierzucht und natürlich für die Elterntiere. Ich plane auch gerne Platz für das ganze Equipment ein (Futter, Ersatzboxen, Medikamente, Eimer, Schlauch, …). Hier kommt also einiges zusammen und dies sollte vor der ersten Verpaarung bedacht und gesichert werden.

Das leidliche Thema: Geld

Wie man also herauslesen kann, kommt man auf einige Dinge die man für die Zucht benötigt. Ich versuche mal einen groben Kostenplan zu erstellen der sich aus unserer Erfahrung bezieht. Natürlich werden diese aufgrund eigener Bedürfnisse oder anderer Bezugsquellen abweichen. Es soll lediglich einen kleinen Anhaltspunkt liefern und bezieht sich umgerechnet auf eine